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FLUXUS Frauen

Selten waren in einer Sonderausstellung der Staatsgalerie so viele Werke von Künstlerinnen zu sehen, wie in der aktuellen Ausstellung FLUXUS ‚Antikunst‘ ist auch Kunst. Drei Künstlerinnen interessieren mich besonders, alle Jahrgang 1933.

YOKO ONO (geboren am 18.02.1933 in Tokyo)
Kontaktabzüge der Fotos von George Macunias dokumentieren ihre erste Ausstellung 1961 in der AG Gallery, New York. Sie hatte Paintings to Be Stepped On ausgestellt. Die Leinwände lagen auf dem Boden der Galerie und warteten auf das Betreten durch den Galeriebesucher, der damit zum Schöpfer des Kunstwerks wurde. Peter Moore’s Schwarz-Weiss-Fotos zeigen Yoko Ono bei der Aufführung von Cut Piece am 21.3.1965 in der Carnegie Recital Hall in New York, 2003 wiederholte sie Cut Piece in Paris.
Yoko Ono \’Cut Piece\‘ 2003, Paris auf YouTube
Sie saß regungslos auf der Bühne mit einer Schere auf dem Boden vor sich. Die Zuschauer  waren informiert, dass sie eingeladen waren, einzeln auf die Bühne zu kommen, um ihr ein kleines Stück ihrer Kleidung abzuschneiden und mitzunehmen.
Einen guten Artikel von Kevin Concannon zum Cut Piece findest du im Archiv ihrer website imaginepeace.com

 

Imagine all the people living life in peace
John Lennon
A dream you dream alone is only a dream
A dream you dream together is reality
Yoko Ono

 

ALISON KNOWLES (geboren am 29.04.1933 in New York City)
Ihre Fluxus Aktion „Make a Salad – Mach einen Salat“ wurde zuerst 1962 aufgeführt. 2008 wiederholte sie die Aktion für mehrere hundert Personen in der riesigen Turbinenhalle der Tate Modern in London. Auf YouTube findest du ein kurzes Video der Tate mit einem Interview der Künstlerin und den Vorbereitungen zur Aktion: TateShots Issue 14 – Make a Salad – YouTube
2012 fand die Aktion „Make a Salad“ als High Line Art Performance in New York statt.
Die Staatsgalerie stellt eine ihrer berühmten Bohnendosen Bean Rolls aus dem Jahr 1964 aus. Auf ihrer website verrät Alison Knowles, was sich darin befindet. Die Geschichte ihrer Arbeit Identical Lunch (= ein Thunfisch-Sandwich auf Weizentoast mit Salat und Butter ohne Mayo und ein Glas Buttermilch) erzählt sie hier: Alison Knowles: Identical Lunch – YouTube

 

CHARLOTTE MOORMAN
(Little Rock, Arkansas, 18.11.1933 – 8.11.1991 New York City)

Moorman war Musikerin. Schon als Kind entdeckte sie das Cello. Sie studierte an verschiedenen Universitäten und begann eine klassische Konzertkarriere. Ab 1961 setzte sie sich mit experimenteller zeitgenössischer Musik auseinander, sie interpretierte Werke und arrangierte selbst Konzerte für zeitgenössische Musik und Kunst. Ab 1964 bis zu ihrem frühen Tod arbeitete sie eng mit dem koreanischen Künstler Nam June Paik zusammen. 1967 wurde sie wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses festgenommen und angeklagt, als sie in Paiks Opera Sextronique mit nacktem Oberkörper auftrat. Sie wurde vor Gericht gestellt und auf Bewährung verurteilt. In der Ausstellung ist die Kopie eines 18-seitigen Typoscripts mit ihren handschriftlichen Ergänzungen zu sehen: An Artist in the Courtroom (People vs. Moorman), 1967.
Tonaufnahmen von Charlotte Moorman findest du hier: UbuWebSound – Charlotte Moorman

 

Die Ausstellung FLUXUS ‚Antikunst‘ ist auch Kunst ist in der Staatsgalerie Stuttgart noch bis zum 28.04.2013 zu sehen.
Öffentliche Führung mit Andrea Welz in FLUXUS:
Sonntag, 03.02.2013 um 14 Uhr
Dienstag, 05.02.2013 um 18 Uhr
Dienstag, 26.03.2013 um 18 Uhr

Themenführung:  FLUXUS Frauen!
Donnerstag, 04.04.2013 um 18 Uhr
Sonntag, 07.04.2013 um 11 Uhr
Treffpunkt: Foyer Neue Staatsgalerie
Eintritt und Führungsgebühr an der Museumskasse. Keine Reservierung möglich! Rechtzeitig kommen!


Art Games. Die Schachteln der Fluxuskünstler, Bd 1

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