Spurensuche Jüdisches Leben

 

Stadtspaziergang:
Auf den Spuren jüdischen Lebens durch Stuttgart
Welche Spuren jüdischen Lebens finden wir in unserer Stadt? In Stuttgart bestand bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts eine kleine jüdische Gemeinde, schon 1350 wird eine Synagoge (Judenschule) erwähnt. Bis 1498 hatte die jüdische Gemeinde ihr Zentrum mit Synagoge und rituellem Bad in der heutigen Brennerstraße in der St. Leonhards- oder Esslinger Vorstadt. Doch der erste
Herzog von Württemberg, Eberhard im Barte, verfügte in seinem Testament die »Ausschließung« der Juden aus seinem Territorium.
Im 18. Jahrhundert wurden Hofjuden oder Hoffaktoren Privilegien eingeräumt. Aber erst im 19. Jahrhundert wurde Juden wieder
die Niederlassung in Stuttgart erlaubt. Unser Spaziergang durch Stuttgart auf der Suche nach Orten jüdischen Lebens in Vergangenheit
und Gegenwart endet bei der 1951-52 auf den Grundmauern des 1938 zerstörten Vorgängerbaus erbauten Synagoge der jüdischen Gemeinde in der Hospitalstraße und, wenn sie wollen, mit einem koscheren Abendessen in dem Restaurant „Leon Mozes“ im isrealitischen Gemeindezentrum.
Stadtspaziergang: Dauer 2 Stunden

Der Stadtspaziergang kann durch eine Führung in der Synagoge und ein koscheres Abendessen im Restaurant „Leon Mozes“ im israelitischen Gemeindezentrum ergänzt werden.


Stadtspaziergang:

Verstummte Stimmen – Musik- und Theaterszene in Stuttgart
In den 1920er Jahren gab es in Stuttgart eine sehr spannende Musik- und Theaterszene. Auf unserem Stadtspaziergang durch Stuttgart vom Grossen Haus zum Schauspielhaus wollen wir Orte und Geschichten rekonstruieren. Unter dem Intendanten Albert Kehm gab es zwischen 1920 und 1933 im Württembergischen Landestheater 50 Uraufführungen im Schauspiel, 20 Uraufführungen in der Oper. 1921 wurden z.B. Hindemiths Einakter Mörder, Hoffnung der Frauen und Das Nusch-Nuschi, nach Texten von Oskar Kokoschka und Franz Blei auf die Bühne gebracht. Das Bühnenbild und die Kostüme stammten von Oskar Schlemmer, dessen Triadisches Ballett 1922 aufgeführt wurde. Zur gleichen Zeit machte der aus Wien stammende jüdische Varietétheater-Unternehmer Ludwig Grauaug das Friedrich-Bau-Varieté zu einem der bedeutendsten und erfolgreichsten Varietés in Süddeutschland. Der Dramatiker Bernhard Blume gehörte zu den großen Hoffnungen des deutschen Dramas, er wurde in einem Atemzug mit Bertolt Brecht genannt. Karl Adler wurde Leiter der neugegründeten Württembergischen Hochschule für Musik. Mit seinem Schwager Leopold Marx, einem Schriftsteller, und Otto Hirsch begründete er 1926 das Jüdische Lehrhaus in Stuttgart, aus dem nach 1933 die Stuttgarter Jüdische Kunstgemeinschaft hervorging. Viele Veranstaltungen, Konzerte, Theateraufführungen, Vortragsabende fanden im Gustav-Siegle-Haus statt. Unter Claudius Samuel Kraushaar erlebte das Stuttgarter Schauspielhaus ab 1922 seine glanzvollste Zeit: alle anspruchsvollen und fortschrittlichen Stoffe fanden Eingang in den Spielplan. Nach 1933 verstummen die Stimmen.
Kraushaar musste das Schauspielhaus schließen, Albert Kehm wurde verjagt, Ludwig Grauaug verließ die Stadt fluchtartig.
Stadtspaziergang: Dauer 2 Stunden

 

 

Jüdisches Leben in Stuttgart: Happy Chanukka! Chanukka-Leuchter auf dem Schlossplatz – Foto © Welz

 

 

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