Reiseblog

Mit Kind und Kegel nach Venedig!

Venedig: Mit Luis und Lena auf der Biennale 2011. Foto © Lena Welz

Der Koffer ist gepackt. Morgen früh geht es los! Mit Kind und Kegel nach Venedig!
Diese Reise hat schon Tradition. Seit vielen Jahren reise ich nach Venedig, um La Biennale di Venezia zu besuchen und über zeitgenössische Kunst zu staunen.
2009 habe ich zum ersten Mal meine Tochter LENA mitgenommen, 2011 waren LENA und mein Sohn LUIS dabei.
2013 waren LENA, LUIS, mein Enkelsohn (damals 10 Monate) und sein Vater CHRISTIAN dabei.
Morgen reisen wir zu fünft mit Airberlin ab Stuttgart:
LENA, CHRISTIAN, mein Enkelsohn (bald 3 Jahre), meine Enkeltochter (10 Monate) und ich, LUIS kommt am Abend aus Berlin dazu.
Für mich ist es ein Vergnügen und eine Ehre, dass die erwachsenen Kinder noch Lust haben, mit der Mutter zu reisen.
Ich freue mich sehr darauf!
Gemeinsame Reisen mit Kindern sind wichtig für die Familiengeschichte.
Wir haben wirklich viel zu erzählen – und nicht nur über die Kunstwerke und Künstler, die wir gemeinsam entdeckt haben.

Zur Biennale nach Venedig mit LENA 2009 Foto © Welz

Zur Biennale nach Venedig mit LENA 2009 Foto © Welz

 

2009 hatte ich für Lena und mich ein Dachzimmerchen im Palazzo Zenobio gemietet. Der Palazzo, Ende des 17. Jahrhunderts gebaut, hat ein grandioses Piano Nobile, das zu besichtigen ist und gelegentlich auch für Kunstpräsentationen der Biennale, Ausstellungen oder Filmaufnahmen genutzt wird. An einem Abend konnten wir nur zurück in unser Zimmerchen, als wir glaubhaft versichern konnten, dass wir tatsächlich im Palazzo wohnen. Ein Filmteam hatte die schmale Gasse und den gesamten Eingang belegt: eine Szene für den Historienfilm Sisi wurde von dem österreichischen Regisseur Xaver Schwarzenberger gerade vor unserer Tür neu gedreht.

Venedig: Filmaufnahmen zum Historienfilm Sisi 2009 - Foto © Welz

Venedig: Filmaufnahmen zum Historienfilm Sisi 2009 – Foto © Welz

 

Es gibt einen herrlichen Garten, doch ein sehr bescheidenes Frühstück und bescheidene Dachzimmer mit Gemeinschaftsdusche und Toilette im Flur. Aber das haben wir ja vor der Reise schon gewußt, der Preis für die Zimmer war auch für venezianische Verhältnisse nicht teuer. In diesen Dachzimmerchen mit Tapetenwänden hat sicher einmal die Dienerschaft der Familie Zenobio gewohnt.
Mitten in der ersten Nacht weckt mich Lena: Mama, Maaamma, wach auf! Was ist denn? sag ich endlich und nehme mir die Ohrstöpsel aus den Ohren. Nebenan wird Liebe gemacht, hör mal! So laut! Ich kann nicht schlafen, stöhnt meine Tochter. Ich hör nix, sag ich und steck mir wieder die Ohrstöpsel in die Ohren. Sie ist doch volljährig, denke ich, und schlafe schon wieder weiter. Am nächsten Morgen erzählt sie mir ausführlich, was sich in dieser Nacht im Nebenzimmer vermutlich alles ereignet hat. Ich bedauere nun doch, dass ich mit Ohrenstöpsel geschlafen habe und beschließe am nächsten Abend genau hinzuhören, was im Nebenzimmer hinter der dünnen Tapetenwand passiert. Schade. Nichts. Es blieb mucksmäuschenstill, bis ich irgendwann eingeschlafen bin, ohne Ohrenstöpsel. Vermutlich sind die netten jungen Männer aus Spanien ausgezogen.

Venedig: Mit Luis und Lena auf der Biennale 2011. Foto © Lena Welz

Venedig: Mit Luis und Lena auf der Biennale 2011. Foto © Lena Welz

 

2011 waren wir mit Luis in einem Dreibettzimmer wieder im Palazzo Zenobio. Natürlich gibt es keinen Aufzug in dem denkmalgeschützten Palast, wir müssen unser Gepäck wieder weit hinauf unters Dach schleppen. In der ersten Nacht ein Riesenschreck: Lenas Bett bricht zusammen! einfach so, ohne Vorwarnung. Was tun? Wir haben die Matraze herausgenommen und auf den Boden gelegt. Natürlich Beschwerde am nächsten Morgen an der Rezeption und dringende Aufforderung, sie sollten das Bett reparieren! Am Abend kamen wir spät von unserer Venedig-Exkursion zurück. Und? Das Bett war nicht repariert, die Rezeption nicht mehr besetzt. Ich beschließe, die weiteren Nächte auf der Matraze auf dem Boden zu schlafen und unbedingt einen Preisnachlass zu fordern. Leider hatten wir trotzdem keine Ruhe in den folgenden Nächten, denn hunderte von Schnaken sind über uns hergefallen! Wir waren ganz zerstochen am Ende unseres Aufenthalts und uns einig, wenn wir wieder auf die Biennale reisen, muss es eine bessere Unterkunft sein!

Venedig: Im Garten vom Palazzo Zenobio: Libia Castro & Ólafur Ólafsson, Il tuo paese non esiste, 2011 Foto © Welz

Venedig: Im Garten vom Palazzo Zenobio: Libia Castro & Ólafur Ólafsson, Il tuo paese non esiste, 2011 Foto © Welz

 

2013 waren wir zum ersten Mal mit Kind und Kegel unterwegs, mit Schwiegersohn und Enkelsohn. Spannend. Klar, dass wir eine bessere Unterkunft suchen mussten. Ich will nie mehr in dieser Bruchbude wohnen, sagte Luis. Ich fand eine phantastische Ferienwohnung, gut zu erreichen, großzügig geschnitten, schön eingerichtet mit großer Küche und einem kleinen Garten, mitten in Venedig. Ich verrate euch, über welche Agentur ich diese Ferienwohnung gebucht habe, über Veniceapartments.org. Sehr zu empfehlen. Aber ich werde euch nie den Namen der Ferienwohnung verraten, wir wollen sie am liebsten immer für uns alleine haben!

Venedig: Die besten Ciccetti gibt's am Rio San Trovaso. Foto © Welz

Venedig: Die besten Cicchetti gibt’s am Rio San Trovaso. Foto © Welz

 

Hier hat sich die schönste Geschichte ereignet. Lena und ich wollten ein paar Tage länger bleiben als die Männer. Sie mussten zur Uni oder zum Job zurück nach Deutschland. Wir brachten die beiden nach gemeinsamen Venedig-Tagen zum Bus zur Piazzale Roma. Dann waren wir ein bisschen einkaufen und bummelten zurück in unsere gemütliche Ferienwohnung. Der Kleine sollte in Ruhe seinen Mittagsschlaf machen. Doch vor dem Mittagsschlaf hatte er noch etwas zu erledigen: er machte sich ordentlich in die Hosen! Ich begann, ihn zu wickeln, Lena ging ins Schlafzimmer, um ihm frische Wäsche zu holen. Plötzlich! Ein Schrei aus dem Schlafzimmer! Um Himmels willen. Was ist denn passiert? Christian hatte sämtliche Kindswäsche mitgenommen, nicht nur, wie es sein Auftrag war, die schmutzige Wäsche! Er hatte komplett alle Wäsche eingepackt, die Lena rausgelegt hatte. Wir hatten nur noch die Wäsche, die das Kind am Leib trug, einen Body und eine Hose und beide Teile waren schmutzig. Wir durchsuchten alles und fanden nur noch einen Anorak, der in der Buggytasche verstaut war. Was tun? Wäsche waschen in Venedig!

Wäsche waschen! Mit Kind und Kegel in Venedig! Foto © Welz

Wäsche waschen! Mit Kind und Kegel in Venedig! Foto © Welz

 

Nun bin ich gespannt, was wir bei unserem Venedig-Besuch 2015 erleben werden.
Folgt uns auf Twitter oder Instagram, wir posten Venedig-Bilder und erzählen Microgeschichten unter dem Hashtag #6invenice

Mehr Familiengeschichten findet ihr auf Lenas Blog familiending.net

 

 

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  1. Pinkback: Biennale 2015: We met JR in Venice | Kunst und Reisen

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