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Reisesouvenirs (4): Lampascioni aus Apulien

Frische Lampascioni auf dem Markt in Bari - Foto © Welz

Das hätte ich mir nie getraut! In Bari hat er auf dem Markt ein großes Glas in Öl eingelegte „Lampascioni“ gekauft. Das Einmachglas packte er beherzt in seinen Koffer und gab ihn beim Rückflug nach Stuttgart als Reisegepäck auf. Oh je, wenn dieses große Glas voller Öl und Blumenzwiebeln im Koffer zu Bruch gegangen wäre! Dann hätten wir diese apulische Köstlichkeit nicht probieren können!

Reisesouvenirs aus Apulien: eingelegte Lampascioni - Foto © Welz

Reisesouvenirs aus Apulien: eingelegte Lampascioni – Foto © Welz

Bislang kannte ich dieses aromatische Gemüse gar nicht. Es ist eine typische Spezialität in Apulien und wird dort im Frühjahr fritiert gegessen oder in Gläsern zur Vorratshaltung eingelegt. Köstlich!
Leider hat er kein Rezept mitgebracht! Ich hätte gerne gewusst, wie man die Lampascioni zubereitet. Doch er erzählte mir, dass er bei seinem Bauern fritierte Lampascioni gegessen hätte! Wirft man sie kreuzweise eingeschnitten in heißes Öl, müssen sich die Zwiebeln wie eine Rose entfalten. Natürlich hat er ein Foto davon gemacht:

Fritierte Lampascioni - Foto © RR

Fritierte Lampascioni – Foto © RR

Lampascioni nennt man in Apulien die Blumenzwiebeln der „Schopfigen Traubenhyazinthe“, die vor allem im Mittelmeerraum vorkommt. In Deutschland steht die Pflanze unter Naturschutz. Ich hätte nie gedacht, dass man solche Blumenzwiebeln essen kann.
Ein paar Tage später war ich selbst in Apulien und hab in Bari in der alten Fischmarkthalle an der Piazza del Ferrarese den Gemüsestand mit frischen Lampascioni entdeckt.

Frische Lampascioni auf dem Markt in Bari – Foto © Welz

Meine Überraschung war groß, als ich in Matera beim Spaziergang durch die Sassi mit den Höhlenwohnungen die schopfige Traubenhyazinthe fand.

Entdeckt Ende April in Matera: die schopfige Traubenhyazinthe - Foto © Welz

Entdeckt Ende April in Matera: die schopfige Traubenhyazinthe – Foto © Welz

Nun, zuhause hat es mir keine Ruhe gelassen. Gerne wollte ich wissen, wie man die Lampascioni zubereitet. Ich hab im Internet recherchiert und meine Kochbücher gewälzt. Es scheint nicht ganz einfach zu sein. Auf jeden Fall muss man die Blumenzwiebeln erst einmal von ihrer braunen äußeren Schale befreien und dann mehrere Stunden wässern, dabei das Wasser mehrmals wechseln, damit der bittere Geschmack verschwindet. Manche schreiben, man müsse sie mindestens 30 Minuten kochen, andere meinen, sie müssten gleich mehrere Stunden gekocht werden. Wer weiß es genau?

tierfreitag

Gerne möchte ich diesen Beitrag am Tierfreitag veröffentlichen. Denn die österreichische Foodexpertin und Kochbuch-Autorin Katharina Seiser kennt sich bestens aus mit vegetarischen Gerichten.
Drei Kochbücher über vegetarische Küche hat sie schon geschrieben:

Vielleicht kennt sie ein gutes Rezept für Lampascioni? Oder sie kennt jemanden, der jemanden kennt, der weiß, wie man Lampascioni richtig zubereitet!
Ich bin gespannt auf Kommentare und freue mich auf Rezepte!

 

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  1. Lena Welz

    Allein wegen solcher Köstlichkeiten lohnt sich doch der Aufenthalt in Italien und das Wohnen in einer Ferienwohnung. Was man mit den Delikatessen vom Markt nicht alles zaubern kann! Ich komm ins Schwärmen und mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Wie immer ein sehr schöner Bericht. Ich liebe deinen Blog!

    • Das ist ja ein großes Kompliment! Ich freue mich sehr über dein Interesse und dein Lob! Wir sollten mal wieder eine Ferienwohnung ins Auge fassen, vielleicht in Venedig? Aber auf alle Fälle genügend Babywäsche einpacken! 🙂

  2. hallo zusammen
    lampascioni werden in apulien auf vielfältige weise zubereitet. ursprünglich wurden sie von den hirten auf dem feld mit der schale in heisser asche gegart (ca. 20 min.), geschält (die äussere haut verkohlt) und mit etwas salz gegessen.
    in meinem kulturhistorischen kochbuch über die urküche im trullital(apulien. entdecken und geniessen im tal der trulli) gibts noch ein rezept für gefüllte und überbacken lampascioni.
    viel spass beim nachkochen.
    herzlich
    stephan

    • Danke Stephan für den Hinweis auf das Hirtenrezept und den Buchtipp! Gruss Andrea

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  6. di Tria Luciano

    Hallo freude der gute und vor allem einfach küche, ich bin selber aus Apulien und als ich noch ein Kind wahr habe ich mit meine Vater selber Lampascioni auf die felder gesucht, das ist oft nicht ganz leicht sie stecken bis zu 25 cm in die erde, zu hause sind die dann geputz worden stile und erde weg und in kaltes wasser für ein ganzes nacht, dann sind gekocht worden mit loorbeer blatt und ein stuck lardo, im kalt zustand mit geribene käse und ei zu eine frigatelle form bearbeitet und dann frietierte, das hat gut geschmeckt Viel Spass Luciano

    • Gentile Luciano,
      vielen Dank für den Kommentar. Ich habe Lampascioni erst in Apulien kennengelernt. Sie schmecken köstlich! Aus welcher Provinz Apuliens kommen sie? Gibt es Lampascioni überall?
      Viele Grüsse Andrea

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